Zurück zum Blog
14. Juni 2026
8 Min. Lesezeit
BilanQo Redaktion

Was ist eine E-Rechnung? Definition, Formate & Pflicht einfach erklärt

Spätestens seit der E-Rechnungspflicht 2025 stellt sich für jedes Unternehmen die Frage: Was genau ist eigentlich eine E-Rechnung – und reicht meine bisherige PDF nicht mehr aus? Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was eine E-Rechnung ausmacht, welche Formate es gibt und worauf Sie achten müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine E-Rechnung ist eine strukturierte, maschinenlesbare Rechnung (XML) – keine reine PDF.
  • Die wichtigsten Formate sind XRechnung und ZUGFeRD, beide nach EN 16931.
  • Seit Januar 2025 müssen B2B-Unternehmen E-Rechnungen empfangen können.

Definition: Was ist eine E-Rechnung?

Eine E-Rechnung (elektronische Rechnung) ist eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und eine automatische, medienbruchfreie Weiterverarbeitung ermöglicht. Maßgeblich ist die europäische Norm EN 16931. Entscheidend ist das Wort „strukturiert": Die Rechnungsdaten liegen als maschinenlesbarer Datensatz (XML) vor, nicht nur als optisch dargestelltes Dokument.

Damit unterscheidet sich die E-Rechnung klar von einer eingescannten Papierrechnung oder einer per E-Mail versendeten PDF. Diese sind zwar „elektronisch", aber nicht strukturiert – ein Computer kann ihren Inhalt nicht zuverlässig automatisch auslesen.

PDF-Rechnung vs. E-Rechnung – der zentrale Unterschied

Viele Selbstständige verschicken ihre Rechnungen heute als PDF. Eine PDF ist jedoch im Kern ein Bild: Menschen können sie lesen, Maschinen aber nur mit Texterkennung (OCR) und fehleranfällig. Eine E-Rechnung enthält dagegen jedes Feld – Rechnungsnummer, Betrag, Steuersatz, Leistungsdatum – als eindeutig benanntes Datenelement.

  • PDF: für das menschliche Auge gemacht, keine garantiert auslesbaren Datenfelder.
  • XRechnung: reines XML, optimal für die automatische Verarbeitung, vor allem im Behördenumfeld (B2G).
  • ZUGFeRD: ein Hybrid – eine PDF, in die das XML eingebettet ist. So bleibt die Rechnung für Menschen lesbar und ist gleichzeitig maschinenverarbeitbar.

Wenn Sie eine vorhandene XML-Datei einfach nur lesbar machen möchten, hilft Ihnen unser kostenloser XRechnung-Viewer – er zeigt die Datei direkt im Browser als übersichtliche Rechnung an.

Die wichtigsten E-Rechnungsformate

In Deutschland haben sich zwei Formate durchgesetzt, die beide der Norm EN 16931 entsprechen und damit zulässig sind. Welches Format passt, hängt vom Empfänger ab. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Beitrag ZUGFeRD vs. XRechnung.

XRechnung

Die XRechnung ist ein reines XML-Format und der Standard für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (B2G). Sie enthält keine visuelle Darstellung. Für Rechnungen an Behörden ist häufig eine Leitweg-ID erforderlich. Welche Felder Pflicht sind, lesen Sie unter XRechnung Pflichtangaben.

ZUGFeRD / Factur-X

ZUGFeRD kombiniert eine sichtbare PDF/A-3 mit eingebetteten XML-Daten. Empfänger ohne spezielle Software sehen weiterhin eine normale Rechnung, während Buchhaltungssysteme die strukturierten Daten automatisch übernehmen. Das macht ZUGFeRD besonders praktisch für den B2B-Versand.

E-Rechnungspflicht: Wer ist ab wann betroffen?

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen Unternehmen im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen können – unabhängig von ihrer Größe. Für das Versenden gelten gestaffelte Übergangsfristen, die je nach Umsatz schrittweise bis 2028 greifen. Auch Kleinunternehmer sind von der Empfangspflicht betroffen; Details dazu im Beitrag Kleinunternehmer & E-Rechnung. Eine vollständige Übersicht aller Fristen bietet unser Artikel zur E-Rechnungspflicht.

Welche Vorteile bringt die E-Rechnung?

  • Weniger Fehler: Daten werden automatisch übernommen, manuelles Abtippen entfällt.
  • Schnellere Bezahlung: Rechnungen lassen sich direkt verarbeiten und freigeben.
  • GoBD-konforme Archivierung: strukturierte Daten sind revisionssicher ablegbar.
  • Einfachere Steuerberater-Übergabe: sauberer Datenfluss bis zum DATEV-Export.

Wie erstelle ich eine E-Rechnung?

Sie brauchen keine XML-Kenntnisse. Mit einer geeigneten Software erfassen Sie Ihre Rechnung wie gewohnt, und das konforme XML wird automatisch erzeugt. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter XRechnung erstellen. Eine fertige Datei können Sie vorab mit unserem kostenlosen XRechnung-Check prüfen.

Häufige Fragen

Was ist eine E-Rechnung einfach erklärt?

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung, die in einem strukturierten, maschinenlesbaren Datenformat (XML) ausgestellt, übermittelt und empfangen wird. Eine reine PDF-Rechnung gilt nicht als E-Rechnung im Sinne der gesetzlichen Definition.

Ist eine PDF-Rechnung eine E-Rechnung?

Nein. Eine PDF ist ein reines Bildformat ohne strukturierte Daten. Erst Formate wie XRechnung (XML) oder ZUGFeRD (PDF mit eingebettetem XML) erfüllen die Anforderungen an eine E-Rechnung nach EN 16931.

Welche E-Rechnungsformate gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind vor allem XRechnung (reines XML) und ZUGFeRD bzw. Factur-X (PDF mit eingebettetem XML) relevant. Beide entsprechen der europäischen Norm EN 16931.

Seit wann gilt die E-Rechnungspflicht?

Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen im inländischen B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen können. Für den Versand gelten gestaffelte Übergangsfristen bis 2028.

E-Rechnungen erstellen, empfangen & anzeigen

Mit BilanQo erledigen Sie XRechnung und ZUGFeRD ohne XML-Stress – inklusive DATEV-Export. Kostenlos starten, ab 7,99 €/Monat.